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Straßenzustandsbericht Düsseldorf 2025: Wie gut sind unsere Straßen wirklich

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Werte Leserschaft,
wenn ich durch Düsseldorf fahre, frage ich mich regelmäßig, warum manche Straßen aussehen, als hätte jemand sie im Halbschlaf mit einem Presslufthammer „gestaltet“. Und noch mehr frage ich mich, wie das der Stadt eigentlich nicht auffallen kann. Statt bei jedem schlechten Belag reflexartig die 30‑km/h‑Schilder auszupacken, müsste man dort eher mindestens 50 fahren dürfen – einfach, um aus den Schlaglöchern wieder rauszukommen. Diese Woche wurde nun der Straßenzustandsbericht 2025 vorgestellt. Und ganz ehrlich: Offensichtlich sollte ich meine Route überdenken. Scheinbar fahre ich konsequent nur über die Problemzonen der Stadt. Denn der Bericht bestätigt mein Bauchgefühl nicht – er zeigt eher das Gegenteil.

Nicht alles ist rosig, klar – aber die Daten zeigen, dass Düsseldorf insgesamt deutlich besser dasteht, als es sich auf meinen täglichen Routen anfühlt. Also höchste Zeit, das Bauchgefühl mit Fakten abzugleichen und wenn ihr zukünftig keine News verpassen wollt, dann abonniert meinen WhatsApp-Kanal.

Straßenzustandsbericht: So wurde bewertet

Damit die Stadt die Straßen möglichst objektiv einschätzen kann, nutzt sie ein einheitliches Bewertungssystem von 1,0 bis 5,0. Fast wie in der Schule. Ein Wert von 1,0 steht für einen sehr guten, quasi neuwertigen Zustand. Ab 1,5 gilt eine Straße als gut und noch im Zielbereich. Ab 3,5 wird es ernster: Dann spricht die Stadt von einem Warnwert. Bei 4,5 ist ein Schwellenwert erreicht, und dann müssen bauliche oder verkehrsbeschränkende Maßnahmen geprüft werden.

Das klingt technisch, hat aber einen klaren Zweck: Die Stadt will nicht nur einzelne Schlaglöcher sehen, sondern den Zustand des gesamten Netzes nachvollziehen und daraus Prioritäten ableiten. Gerade bei einem so großen Straßennetz ist das wichtig, weil nicht überall gleichzeitig saniert werden kann.

Der aktuelle Zustand

Das Gesamtbild ist erst einmal nicht alarmierend. Rund 88 Prozent der Straßenflächen befinden sich laut Bericht in einem sehr guten bis guten Zustand. Besonders der große Anteil der sehr guten Straßen fällt auf: 57,4 Prozent liegen in dieser Kategorie. Weitere 18,6 Prozent gelten als gut und 11,7 Prozent als noch akzeptabel.Aber der Bericht zeigt auch die Schattenseite: 9,1 Prozent der Flächen sind bereits schlecht, und 3,2 Prozent sogar sehr schlecht. Genau diese sehr schlechten Abschnitte sind für die Stadt besonders kritisch, weil sie auf einen wachsenden Sanierungsstau hindeuten.

Was sich seit 2017 verändert hat

Noch spannender wird es im Vergleich zur letzten großen Erhebung von 2016/2017. Damals lag der Anteil sehr guter Straßen noch bei 71,4 Prozent. Jetzt sind es nur noch 57,4 Prozent. Gleichzeitig ist der Anteil sehr schlechter Straßen von 0,8 auf 3,2 Prozent gestiegen.
Das heißt übersetzt: Viele Straßen sind zwar noch okay, aber das Netz altert sichtbar. Die Stadt beschreibt das als altersbedingte Abnutzung. Besonders auffällig ist, dass sich immer mehr Bereiche aus dem sehr guten Zustand herausbewegen und in die mittleren Kategorien rutschen. Das ist noch kein Totalschaden, aber ein klares Signal, dass man rechtzeitig gegensteuern sollte.

Bei den Hauptverkehrsstraßen ist der Rückgang ebenfalls deutlich. Dort ist der Anteil sehr guter Zustände stark gefallen, während der Anteil sehr schlechter Abschnitte gestiegen ist. Die Hauptverkehrsstraßen bleiben zwar insgesamt leistungsfähig, brauchen aber dringend mehr Aufmerksamkeit, damit Verkehrssicherheit und Funktion nicht leiden.
Auch die Nebenverkehrsstraßen zeigen eine Entwicklung nach unten. Der Anteil sehr guter Flächen ist fast gleichgeblieben, aber die mittleren und schlechten Zustände nehmen zu. Das bedeutet: Gerade in den Straßen, die oft weniger im Fokus stehen, sammelt sich immer mehr Erhaltungsbedarf an.

Was das für die Stadt heißt

Die zentrale Botschaft des Berichts ist klar: Düsseldorf braucht in den kommenden Jahren mehr Erhaltung, mehr Personal und mehr Geld für die Straßeninfrastruktur. Die Stadt will vor allem die sehr schlechten Abschnitte schnell und vorrangig sanieren. Gleichzeitig setzt sie auf ein modernes Erhaltungsmanagement, bei dem Straßendaten regelmäßig erfasst und frühzeitig ausgewertet werden.

Der Vorteil davon ist ziemlich logisch: Wer Schäden früh erkennt, kann gezielter und oft auch günstiger handeln. Sonst werden aus kleinen Mängeln irgendwann teure Grundsanierungen. Genau das will die Stadt vermeiden. Deshalb sollen Maßnahmen künftig stärker nach Dringlichkeit, Verkehrsbedeutung und verfügbarer Kapazität priorisiert werden.

Unterm Strich zeigt der Straßenzustandsbericht 2025 etwas, das man im Alltag nicht immer spürt: Düsseldorf steht insgesamt besser da, als viele von uns beim täglichen Slalom um Risse, Flicken und Schlaglöcher vermuten würden. Trotzdem bleibt klar: Die wirklich schlechten Abschnitte sind da – und sie brauchen Aufmerksamkeit, bevor aus kleinen Schäden große Kosten werden. Für mich heißt das: Vielleicht fahre ich wirklich die falschen Strecken. Für die Stadt heißt es: Dranbleiben, priorisieren, sanieren. Denn ein leistungsfähiges, sicheres und modernes Straßennetz entsteht nicht durch Bauchgefühl, sondern durch konsequente Pflege. Und genau daran wird sich Düsseldorf in den nächsten Jahren messen lassen müssen.

Mit himmlischen Gruß und bleibt gesund