Werte Leserschaft,
willkommen auf der Ickerswarder Straße, wo Verkehrsregeln zur Improvisationskunst werden und jeder Zentimeter ein Kampfplatz ist. Da gibt’s geteilte Radwege – halb Rad, halb Rest der Welt. Höchstgeschwindigkeiten variieren je nach Laune der Kommune, während Fußgänger tapfer versuchen, diese multidisziplinären Verkehrsarenen zu überqueren. Groß, klein, mit Kinderwagen, Rollator, Sprintambitionen oder gemütlichem Sonntagsflair – jeder darf mal.
Der Autofahrer? Soll bitte im Vorbeiflug mindestens 1,50 m Abstand zu Radfahrern halten – sofern er diesen überhaupt messen kann, bevor der nächste Bus sich von hinten nähert, wie ein hungriger Elefant.
Und wenn die Autos dann endlich parken – auf einem P+R, wohlgemerkt – erlischt zwar die Gefährdung durch bewegte Masse, aber wehe dem, der „nicht korrekt“, „zu lange“ oder überhaupt „irgendwie störend“ steht. Der Parkplatz wird zum moralischen Minenfeld mit eingebauter Zeitbombe.
Kurz gesagt: Urbaner Raum ist nicht Verkehrsfläche, sondern ein durchgestyltes Chaos in Bewegung. Wer überlebt, gewinnt ein neues Level an Geduld – und wahrscheinlich eine Story in meinem Blog. Und wollen Sie keine News verpassen, dann können Sie gerne meinen Whatsapp-Channel abonnieren.
Tempo 30 auf der Ickerswarder Straße – wann passiert endlich was?
Im Oktober 2021 wurde in der Sitzung der Bezirksvertretung 9 der Antrag BV9/246/2021 beschlossen: Die Ickerswarder Straße – vom Kreuzungsbereich Münchener Straße bis zur Kölner Landstraße – soll durchgängig auf Tempo 30 begrenzt werden. Ziel: mehr Verkehrssicherheit und eine Verbesserung der Lärmsituation. Die Einführung von Tempo 30 sowie die Anpassung der Verkehrszeichen soll bis Ende des dritten Quartals 2025 abgeschlossen sein. Was ist mit dem Schulbeginn 2025/26? Leider wird die Maßnahme nicht rechtzeitig vor dem neuen Schuljahr umgesetzt. Grund dafür sind verbindliche Vorgaben aus dem Lärmaktionsplan, die eine frühere Realisierung verhindern.
Park & Ride oder doch Park & Bleib? Die Lage an der Ickerswarder Straße
Was ist los auf dem P+R-Parkplatz an der Ickerswarder Straße? Wohnwagenanhänger machen es sich gemütlich, von geparkten PKW keine Spur. Und obwohl Park & Ride für Pendler gedacht ist, sieht es dort eher nach Langzeiturlaub aus. Die Verwaltung kontrolliert den P+R-Platz in festen Intervallen. Wohnanhänger ohne Zugfahrzeug dürfen laut §12 Abs. 3b Satz 1 StVO maximal zwei Wochen stehen. Nach Ablauf dieser Frist gibt’s eine kostenpflichtige Verwarnung – vorausgesetzt, das Fahrzeug steht immer noch da.
Doch genau darin liegt der Haken: Die Anhänger werden regelmäßig bewegt, wenn auch nur ein paar Zentimeter – und damit bleibt die „Fluktuation“ erhalten. Die Verwaltung greift nur durch, wenn wirklich ein Verstoß vorliegt. Dass gleichzeitig kaum PKW den Platz nutzen, obwohl genug Stellflächen da sind, scheint keine Rolle zu spielen.
Könnten Lichtschranken helfen?
Die Stadt Düsseldorf nahm sich auch die Zeit und hat den Vorschlag Lichtschranken zu installieren geprüft. Die Antwort, kurz gesagt: Nein. Die Verwaltung findet Lichtschranken nicht zielführend – stattdessen setzt sie auf Digitalisierung. Die gute Nachricht: Es könnte künftig mehr Flächen speziell für P+R-Nutzer geben. Die schlechte Nachricht: Wann und wie das passiert, bleibt vage.
Erst gratis, dann zahlen – geht das?
Unsere Vertreter im Bezirk 9 hatten auch den Vorschlag, die ersten 24 Stunden der Parkplatznutzung kostenfrei zulassen und erst im Anschluss Parkgebühren zu erheben.
Ja, theoretisch, so zumindest die Antwort der Verwaltung. Die Stadt arbeitet mit der CMD an digitalen Lösungen. Ein Modell mit kostenloser Nutzung für die ersten 24 Stunden und anschließender Gebührenpflicht ist denkbar. Die nötige Parksensorik soll helfen, Fremdnutzung zu erkennen und die Verfügbarkeit transparent zu machen. Wann diese Technik kommt? Tja – das steht noch in den Sternen. CMD steht für Connected Mobility Düsseldorf GmbH – eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stadt Düsseldorf, die sich auf die Entwicklung und Umsetzung smarter Mobilitätslösungen spezialisiert hat
Die Ickerswarder Straße ist mehr als Asphalt zwischen zwei Kreuzungen – sie ist ein Spiegelbild des städtischen Alltags zwischen Vorschrift und Wirklichkeit. Tempo 30? Kommt, aber nicht rechtzeitig. Park & Ride? Klingt gut, wird aber gern als Dauerstellplatz umfunktioniert. Und dazwischen jongliert die Verwaltung mit Kontrolle, Digitalisierung und ganz viel Geduld. Wer hier sicher ankommt – ob zu Fuß, mit Rad, Bus oder Ironie – hat nicht nur das Verkehrschaos überlebt, sondern auch Stoff für den nächsten Blogeintrag. Denn Ordnung mag das halbe Leben sein, aber auf der Ickerswarder Straße bleibt sie oft im Stau stehen.
Mit himmlischen Gruß und auf zur Rheinkirmes

